Konfliktlöser*innen 2018-04-09T23:52:01+00:00

Konfliktlöser*innen

Projektziele

Das Hauptziel des Projekts ist es, Schülerninnen und Schüler zu Mediatoreninnen und Mediatoren auszubilden, um diese für das Themenfeld „rechter und religiös motivierter Extremismus“ zu sensibilisieren und diesem geschult entgegenzuwirken. Dadurch sollen junge Menschen befähigt werden, im Peer-Education-Ansatz Auseinandersetzungen, Problemsituationen und Konflikten deeskalierend begegnen zu können. Angestrebt wird, dass sich die Mediatoreninnen und Mediatoren an den jeweiligen Schulen dauerhaft etablieren, um den mit der Arbeit des Modellprojekts angestoßenen Prozess weiterzuführen.

Sensibilisierung im Themenfeld Extremismus

Das Konzept von Creative Change soll junge Menschen befähigen, die Toleranz durch das Peer-to-Peer-Prinzip zu erweitern, sich neues Wissen anzueignen, um Auseinandersetzungen, Problemsituationen und Konflikten deeskalierend begegnen zu können. Ebenso soll das Programm die Teilnehmer*innen ermutigen, sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und passende Handlungsstrategien zu entwickeln. Die erlernten Erkenntnisse werden von älteren Schülerninnen und Schülern an jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler weitergegeben und mit ihnen werden Lösungsansätze erarbeitet. Durch den Austausch und das Erproben neuer Strategien entstehen neue Lernerfahrungen, welche die Intelligenz der Gruppe steigern lassen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Zielgruppe I und II sollen im Laufe des Programms in den Bereichen religiös und politisch motivierter Extremismus sensibilisiert werden. Bei den Teilnehmern*innen aus der Zielgruppe I erfolgt die Sensibilisierung dadurch, dass von den Schülern*innen eigene Szenen zu der Problematik entwickelt werden. Dadurch ist eine Auseinandersetzung mit der Materie zwingend erforderlich. Die für das Modellprojekt konzipierten Workshops zu den Themen werden die Konfliktmediator*innen dabei unterstützen, die Themen zu vertiefen. Durch die Sensibilisierung in den verschiedenen Themenbereichen entsteht ein tieferes Bewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die aktuellen Diskurse und Herausforderungen in unserer Gesellschaft. Ziel ist es, sie zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern ihres soziokulturellen Umfelds zu machen.

Strukturen schaffen

Innerhalb des Programms wird Creative Change die teilnehmenden Schulen dabei unterstützen Strukturen aufzubauen, die eine Fortführung der ausgebildeten Gruppen von Konfliktlösern*innen sicherstellt und die, die im Projekt gesetzten Impulse weiterführt. Hierzu wird ein enger Austausch mit den pädagogischen Fachangestellten angestrebt. Langfristig ist es ein Ziel, dass sich die Gruppen von Konfliktmediatoren*innen selbst organisieren. Nach einer intensiven Ausbildungsphase mit einer größeren Gruppe von Schülerinnen und Schülern, soll sich eine kleinere Kerngruppe herausbilden, welche sich in einem Drei- bis Vier-Wochenzyklus trifft, um die Ziele weiterzuverfolgen.

Demokratie lernen

Durch die Ausbildung der Mediatorinnen und Mediatoren (Zielgruppe I) sollen die Teilnehmenden befähigt werden, aktive Gestalterinnen und Gestalter ihres soziokulturellen Umfelds zu werden. Durch die Durchführung der Projekttage mit jüngeren Schülerinnen und Schülern erkennen die Konfliktmediatoren*innen die Notwendigkeit und die Wichtigkeit, sich für demokratische Werte zu engagieren und werden sich gleichzeitig ihrer Vorbildrolle bewusst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entdecken ihre eigenen Potentiale und lernen diese sinnvoll einzusetzen. Durch das Ausbildungsprogramm erlernen die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer demokratische Grundwerte. Diese helfen den Schülerninnen und Schülern in gemeinsamen Gruppenbesprechungen effizient Entscheidungen zu treffen, die von der gesamten Gruppe getragen werden.

Zielgruppe

Die Zielgruppe I besteht aus Schülerinnen und Schülern der 8. bis zur 13. Klasse an weiterführenden Schulen. Die Teilnehmenden aus dieser Gruppe durchlaufen die intensive Ausbildungsphase des Programms und führen anschließend das Projekt mit den jüngeren Schülerninnen und Schülern (Zielgruppe II) durch. Hierzu sollen pro Schule ca. 50 Schülerinnen und Schüler begeistert werden. Aus dieser Gruppe soll sich ein Kernteam aus etwa zehn Konfliktlöser*innen herausbilden, welches den besonderen Wunsch hat, sich zu engagieren. Dieses Kernteam wird in regelmäßigen Abständen tagen und sich über die Problemlagen an der Schule austauschen. Gemeinsam werden Handlungsstrategien entwickelt, um den negativen Strömungen positiv entgegen zu wirken. Die Mitglieder dieser Gruppe werden zu Experten der Konfliktbearbeitung und stellen eine Anlaufstelle für andere Mitschülerinnen und Mitschüler und deren Herausforderungen dar.

Die Zielgruppe II besteht aus Schülerinnen und Schülern aus der 5. bis 9. Klasse. Diese Gruppe sind die Teilnehmenden der Konfliktlöser*innen-Projekte (Ausführende Kräfte sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Zielgruppe I). Aus dieser Zielgruppe werden sich weitere Schülerinnen und Schüler für die Ausbildung interessieren und somit an der nächsten Intensivphase teilnehmen können.

Die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter werden durch das Personal von Creative Change  ausgebildet und erhalten ein speziell entwickeltes Material, welches sie befähigt, die Kerngruppen der Konfliktlöser*innen nach der Intensivausbildung zu begleiten.

Handlungskonzept

Interessierte Schülerinnen und Schüler haben die Chance, sich für das Programm anzumelden. Nach intensiven Ausbildungstagen, in welchen sie zum einen Wissen zum Themenfeld erhalten, zum anderen Tools an die Hand bekommen, um herausfordernde Situationen zu bewältigen, werden die Kinder und Jugendlichen in einer zweijährigen Begleitung durch die Fachkräfte von Creative Change befähigt, als Mediatorinnen und Mediatoren die Methode der theaterpädagogischen Fallbearbeitung anzuwenden. Das Modellprojekt bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, Lösungsansätze im partizipativen Theater auszuprobieren und diese in ihre eigene Realität zu übertragen. Es findet in enger Zusammenarbeit mit den Schulleitungen und der Schulsozialarbeit statt.

Die Einführung eines jährlichen Tages FÜR Demokratie und GEGEN Extremismus an den jeweiligen Schulen soll zudem ein grundsätzliches Bewusstsein schaffen und die gesamte Schülerschaft integrieren.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt vollumfänglich für zehn ausgewählte Schulen für das Jahr 2018 und 2019 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport, sodass für die Schulen keine Kosten entstehen.